Massage
 
Massage ist Berührung, die man miteinander teilt - Hände auf dem Körper, dem Kopf, auf Händen oder Füßen. Und doch berührt Massage mehr als nur die Haut, mehr sogar als Muskeln und Knochen - eine gute, liebevolle Massage dringt direkt in die Tiefe Ihres Seins.
 
Die Massage, wie wir sie verstehen (Aromaöl-Ganzkörpermassage) und in unserem Zentrum für Körper und Geist durchführen, wird oft als ganzheitliche oder intuitive Massage bezeichnet - im Unterschied zur Sportmassage sowie zur »Schwedischen Massage«. Die ganzheitliche Massage behandelt das Individuum als Ganzes, statt sich nur auf physische Zustände des Empfängers einer Massage zu konzentrieren, und ihre Bewegungen sind im Allgemeinen langsamer und meditativer. Dabei sind die Einstellung von Geber und Empfänger und die Kommunikation zwischen beiden von vorrangiger Bedeutung. Die Rolle des Empfängers besteht darin, entspannt, aber wach zu sein, sich auf die Berührungen des Gebers zu konzentrieren; der Geber sollte versuchen, zentriert zu bleiben und eine Einstellung von Zuneigung und Fürsorge einzubringen.
 
Der Empfänger sollte die Massage als einen stetigen Ablauf empfinden, bei dem die Griffe rhythmisch von einem zum anderen fließen. Je langsamer und rhythmischer die Bewegungen sind, desto entspannter und sicherer fühlt sich der Empfänger.
 
Eine gute Massage beeinflusst Sie auf allen Ebenen des Seins. Physisch gehört zu ihrem Nutzen die Entspannung und Belebung der Muskeln; das Nervensystem wird beruhigt; der Hämoglobinspiegel steigt; der Lymphfluss wird gefördert; die verbindenden Gelenkgewebe werden gedehnt.
 
Ganzheitliche Massage beeinflusst auch die Energiezentren oder Chakras des »feinstofflichen Körpers«, bzw. den Fluss der Energie entlang der Energiebahnen, der Meridiane.
 
Auf seelischer Ebene lindert Massage nicht nur Stress und Angst, sondern hilft Ihnen auch, sich Ihres Körpers als Ganzes bewusster zu werden; Sie spüren die Partien, mit denen Sie in Berührung sind, und die, die sich »abgeschnitten« anfühlen. Wenn Sie einmal herausgefunden haben, wo Ihre Energien blockiert sind, können Sie versuchen, Ihren Körper besser zu integrieren und so ein positives Selbstbild entwickeln.
 
Eine liebevolle Massage schafft Gefühle von Wohlbefinden, Vertrauen und Freude. Sie kann auch einen großen Teil der Energie freisetzen, die vorher durch Verspannung vergeudet wurde, und zu einer tief greifenden Veränderung von Haltung und Gesichtsausdruck führen, indem chronische Gewohnheiten von Agieren und Reagieren durchbrochen werden. Der emotionale Aspekt der Massage ist überaus wichtig.
 

Massage und Entspannung
 
Jeder braucht Entspannung, um dem Diktat der Zeit zu entfliehen. Wir hören Musik, wir beobachten das Ziehen der Wolken, wir suchen am Strand nach Muscheln und Steinen - so bringen wir unseren Geist zur Ruhe, gewinnen in der Unschuld des Augenblicks wieder ein Gefühl für unsere eigene Ganzheit. Als Kinder klettern wir auf Bäume und laufen barfuß herum. Wir fühlen uns in uns selbst zu Hause und haben Zugang zu unserer eigentlichen Natur. Doch wenn wir älter werden, verbringen wir mehr und mehr Zeit damit, nur noch im Kopf zu leben.
 
Es ist an der Zeit, das Gleichgewicht wiederherzustellen und in unseren Körper zurückzukehren, indem wir die sanfte Kunst der Berührung erlernen. Berührung ist eine gemeinsame Sprache, die wir benutzen können, um zu heilen oder zu trösten, Schmerz zu lindern oder Spannung zu lösen - und vor allem die Tatsache mitzuteilen, dass uns am anderen liegt.
 
Massage hilft uns, ständigem Stress und Druck entgegenzuwirken. Für viele von uns sind Verspannung und Schmerz gewohnte Begleiterscheinungen des Lebens; erst wenn wir massieren oder selbst massiert werden, erkennen wir, dass unsere Muskulatur angespannt ist, und merken, wie viel Energie durch Spannung verzehrt wird.
 

Massage einst und jetzt
 
Seit tausenden von Jahren heilte oder linderte man Krankheiten durch Massage oder Handauflegen. Für die Ärzte der alten Griechen und Römer war Massage dabei ein ganz wichtiges Mittel. Im frühen 5. Jahrhundert vor Christus schrieb Hippokrates - der »Vater der Medizin«: »Der Arzt muss in vielen Dingen erfahren sein, gewiss aber im Reiben. Denn Reiben kann ein Gelenk festigen, das zu locker ist, und ein Gelenk lockern, das zu steif ist.«
 
Plinius, der bekannte römische Naturforscher, wurde zur Linderung seines Asthmas regelmäßig abgerieben, und Julius Cäsar, der an Epilepsie litt, ließ sich täglich am ganzen Körper gegen seine Neuralgie und seine Kopfschmerzen kneten. Nach dem Niedergang Roms im 5. Jahrhundert nach Christus gab es in Europa auf dem Gebiet der Medizin nur geringe Fortschritte; es blieb den Arabern überlassen, die Lehren der klassischen Welt zu studieren und weiterzuentwickeln. Avicenna, der arabische Philosoph und Arzt des 11. Jahrhunderts, bemerkte in seinem Canon, Ziel der Massage sei es, »die Abfallstoffe zu beseitigen, die sich in den Muskeln befinden und nicht durch Bewegung ausgeschieden werden«.
 
Im Mittelalter hörte man in Europa wenig von Massage. Im 16. Jahrhundert wurde sie wiederbelebt, hauptsächlich durch die Arbeit eines französischen Arztes, Ambroise Pare. Dann, zu Beginn des 19. Jahrhunderts, entwickelte ein Schwede namens Per Henrik Ling das, was heute als »Schwedische Massage« bekannt ist: ein System aus Gymnastik, Physiologie und den chinesischen, ägyptischen, griechischen und römischen Techniken. 1813 wurde die erste höhere Schule, die Massage als Teil des Lehrplans umfasste, in Stockholm eingerichtet; von da an verbreiteten sich Institute und Bäder, in denen massiert wurde, auf dem ganzen Kontinent. Heute wird der therapeutische Wert der Massage in der ganzen westlichen Welt sowohl von Laien als auch von Fachleuten anerkannt.
 
Im Osten wurden Massagetechniken wegen ihrer Heilwirkung immer stärker anerkannt als im Westen und seit frühesten Zeiten angewandt. Der Unterschied in der östlichen und westlichen Einstellung zur Massage, den es bis vor kurzer Zeit gab, stammt möglicherweise aus der wissenschaftlichen Revolution, die sich vor rund 250 Jahren im Westen abspielte. Als Folge dieser neuen Wissenschaft wurden alte Vorstellungen, die Körper, Geist und Seele als Einheit betrachteten, als unwissenschaftlich abgetan, und im Laufe der Zeit wurde der menschliche Körper als eine Art hoch entwickelter Maschine betrachtet, die nur von besonders ausgebildeten und spezialisierten Menschen bedient und in Gang gehalten werden konnte - von Ärzten.
 
Im Osten jedoch konnte diese »wissenschaftliche« Einstellung erst in jüngster Zeit Fuß fassen; die Leute vom Land verbanden weiterhin den instinktiven Wunsch, ein Übel mit den durch lange Tradition verfeinerten und entwickelten Fertigkeiten der Barfußärzte »wegzureiben«, die ihre Autorität vom Wissen um östliche medizinische Theorien und Techniken der Knocheneinrenkung und -behandlung bezogen. Shiatsu entstand aus dieser traditionellen Art der Massage, wie sie in Japan praktiziert wurde; nachdem es sich durchgesetzt hatte, wurde es durch weitere Einflüsse der klassischen Akupunktur-Theorie und die westlichen Wissenschaften Osteopathie und Chiropraxis bereichert, die in Japan neu waren. Die Anfänge der Reflexzonenmassage sind unbekannt - vielleicht hat sie sich aus der alten Kunst der östlichen Druckpunkt-Theorie entwickelt. Doch welches auch immer ihre genauen Ursprünge sein mögen, sicher scheint, dass sie im alten Ägypten gebräuchlich war, wie die Wandmalereien aus dem Grab eines Arztes beweisen.
 

Die Sprache der Berührung
 
Berührung bedeutet Kontakt - Beziehung zu dem, was außerhalb von uns selbst liegt. Und für Menschen wie für andere Lebewesen auch ist Berührung von lebenswichtiger Bedeutung. Berührung gibt Bestätigung, Wärme, Freude, Trost, Geborgenheit und neue Vitalität.
 
Der Tastsinn ist der erste Sinn, der sich entwickelt. Als Babys erforschen wir die Welt in erster Linie durch Tasten und erfassen so ihren Sinn; die liebevolle Berührung durch unsere Eltern ist wesentlich für unser Gedeihen. Solange das Bedürfnis zu berühren und berührt zu werden befriedigt wird, wachsen wir gesund heran; wo dieses Bedürfnis aber gehemmt wird, kann unsere Entwicklung Schaden nehmen. Das Streicheln und die Umarmungen nämlich, die wir in früher Kindheit erfahren, helfen uns, ein gesundes Selbst aufzubauen; sie nähren das Gefühl, dass wir akzeptiert und geliebt werden, weil wir berührt werden. Vor mehr als fünfunddreißig Jahren zeigte der amerikanische Psychologe S. M. Jourard, dass unsere Wahrnehmung, wie oft wir von anderen Menschen berührt werden, in einem eindeutigen Zusammenhang mit unserem Selbstwertgefühl steht, also damit, wie sehr wir uns selbst schätzen.
 
Experimente haben gezeigt, wie entscheidend körperlicher Kontakt mit einer warmen, fürsorglichen Mutter ist und wie schädlich sich für Körper und Seele der Mangel an Berührung auswirkt. Unser gesamtes Realitätsgefühl nämlich basiert auf dem Tastsinn. In unserer Gesellschaft ist das Ausgeschlossensein vom Kontakt mit unseren Mitmenschen eine Strafe - und Einzelhaft ist die schlimmste aller Strafen. Wenn wir nicht berühren und berührt werden, fühlen wir uns schmerzhaft allein gelassen und ängstlich. In einer amerikanischen medizinischen Untersuchung aus jüngster Zeit erklärten Patienten, denen Hautkontakt vorenthalten wurde, sie fühlten sich schmerzhaft isoliert und von der Wärme menschlicher Berührung abgeschnitten.
 
Berührung ist eine Sprache, die wir alle instinktiv sprechen, um unsere Gefühle zu zeigen, um anderen zu beweisen, dass sie geliebt, begehrt oder geschätzt werden. Streicheln ist unsere natürliche Reaktion, wenn Kinder sich wehtun; Hände legen sich sanft auf eine fiebrige Stirn, streichen über einen wehen Bauch oder einen schmerzenden Kopf. Durch Umarmung und Streicheln teilen wir Sympathie, Verständnis, Trost mit. Wenn wir allein sind und Schmerzen haben, wiegen wir uns, krümmen uns zusammen, legen den müden Kopf in die Hände, massieren unbewusst schmerzende Gliedmaßen. Doch abgesehen davon, dass wir einander vielleicht aus Freundschaft umarmen oder, um unser Glück und unsere Freude mitzuteilen - haben wir uns nicht sehr weit von unseren Instinkten entfernt, wenn wir die Sprache der Berührung ausschließlich dem Weinen aus Schmerz und Sorge oder allem, was mit Sexualität verbunden ist, vorbehalten?
 

Die menschliche Berührung
 
Wie alt wir auch immer sind und wo im Leben wir auch stehen, wir alle brauchen ein wenig menschliche Berührung, Zärtlichkeit und Fürsorge, die uns zeigen, dass wir nicht allein sind. Ohne ihre Wärme fehlt uns eine der wichtigsten Formen menschlicher Kommunikation.
 
Manche halten Massage für einen Luxus und nutzen sie nur, wenn sie therapeutisch dringend notwendig ist. In einer Zeit wie der unseren, in der Druck und Stress immer stärker werden, sollten die Berührungstherapien zu einem festen Bestandteil unseres Lebens werden und als solcher in der Gesundheitsvorsorge Anerkennung finden.
 
Der östlichen Medizin zufolge gibt es gewisse Zeiten im Leben - »Tore zur Veränderung« genannt -, in denen wir unsere grundlegende Konstitution verbessern können, sofern wir auf unsere Gesundheit achten, oder sie dauerhaft schädigen, wenn wir sie vernachlässigen.
 
Es sind dies die Zeiten der Pubertät, der Heirat (oder der Beginn sexueller Aktivität), der Schwangerschaft und der Wochen danach sowie der Menopause. Besonders dann können die Berührungstherapien von Nutzen sein und uns helfen, Spannungen abzubauen, damit wir mit hormonellen Veränderungen besser fertig werden. Tatsächlich ist in Stresszeiten unser Bedürfnis nach körperlichem Kontakt am intensivsten - wir sehnen uns nach der Spannungslösung, die er mit sich bringt.
 
Die Berührungstechniken, die wir in unserem Zentrum für Körper, Geist und Seele anwenden, sind für jedermann geeignet. Sie werden Sie feststellen, dass man mit Massage oder Shiatsu ein fabelhaftes Mittel in der Hand hat, um Bein- und Rückenschmerzen oder allgemeine Müdigkeit zu bekämpfen, und auch leichtes Kopfweh und Bauchweh lassen sich so lindern.
 
Viele der beruflichen Wechselfälle des erwachsenen Lebens werden durch Massage ebenfalls beträchtlich erleichtert - die Rücken- und Schulterschmerzen nach einem langen Bürotag, die Erschöpfung und Überanstrengung der Muskeln nach schwerer körperlicher Arbeit oder sportlicher Überbeanspruchung, die Kreislaufprobleme derer, die zu wenig Bewegung haben - Menschen mit sitzender Tätigkeit. Zudem ist Massage eine unschätzbare Hilfe im Sport, da sie für optimale Leistung wesentlich ist.
 

Massage und Bewegung
 
Für alle Formen körperlicher Betätigung, vom Sport bis zum Tanzen oder Radfahren, ist Massage von großem Wert: Sie verhilft zu Kondition, entspannt den Körper und heilt Verletzungen. Vor dem Training oder einem Wettkampf sollte das übliche Aufwärmen und Dehnen durch eine Massage ergänzt (nicht ersetzt) werden. Danach brauchen wir einige Augenblicke der Ruhe oder des Luftschnappens, um das Stoffwechselgleichgewicht in unseren Muskeln wiederherzustellen. Wenn wir aber nicht in Form sind oder uns zu sehr anstrengen, ist der Bedarf an Sauerstoff größer als die Zufuhr, und in den Muskeln sammeln sich Abfallstoffe, die Schmerzen und Erschöpfung verursachen; es kann lange dauern, bis sie wieder verschwinden. Massage hilft den Muskeln wesentlich schneller, ihre ursprünglichen Fähigkeiten wieder zu erlangen, da sie die Durchblutung verbessert und Abfallstoffe beseitigen hilft. Massage einzelner Partien lindert auch Krämpfe und Bindegewebsentzündungen und verkürzt die Genesungszeit für Bänderzerrungen, Verstauchungen und Verrenkungen. Auch Shiatsu ist in diesen Fällen überaus wohltuend.