Tantrisches
 

Tantra ist eine Lebensphilosophie, die sehr viel Respekt für alles Lebendige beinhaltet. Diese Lebensphilosophie wurde als "eine Art das Leben zu betrachten und bewusst zu leben" vor über 2000 Jahren von buddhistischen Mönchen in Tibet entwickelt und zeigt einen spirituellen Weg auf, Liebe und Bewusstsein in Einklang zu bringen. Tantra bejaht die sinnliche Energie, weil diese Energie für einen inneren Transformationsprozess genutzt werden kann. Und die sinnliche Energie ist die stärkste und ursprünglichste Quelle für Lebensfreude und Kraft, die wir haben. Tantra betont die Einheit von Körper, Gefühlen, Geist und Seele.
 
Tantra bedeutet:

 - ein bewusstes “JA” zu Dir, mit allem was Du bist
 - sich zu zeigen, so wie Du bist, mit Deiner ganzen Verletzlichkeit
 - ganz da zu sein in diesem Moment
 - Bewusstheit, Meditation und stilles Loslassen
 - einen Weg, Deine Ängste und Grenzen liebevoll anzunehmen
 - einen Weg vom Außen nach Innen, vom Denken ins Fühlen
 - dass alle Gefühle wichtig sind und zu Dir gehören
 - die positiven und auch die sogenannten negativen Gefühle
 - dass Du allein für Dich verantwortlich bist, für Dein Leben und Dein Tun
 - Offenheit und Wahrheit Dir Selbst gegenüber und in Deinen nahen Beziehungen
 - Respekt und Achtung für Dein Gegenüber
 - liebevolle Berührungen schenken und empfangen
 - die Achtung Deines Körpers als wertvollen lebendigen Tempel
 - herzliche und offene Begegnungen
 - die Verbindung von Deinem Körper, Deinem Herz und Deiner Seele
 
 
Berührungen
 
Sich von einem anderen Menschen berühren zu lassen gehört zu den fundamentalsten emotionalen Bedürfnissen eines Menschen. Wie essentiell die körperliche (und seelische) Zuwendung ist, kann man bei kleinen Kindern besonders gut erkennen; Berührung vermittelt Liebe, Sicherheit und Geborgenheit. Einem erwachsenen Menschen sind in unserer Zeit viele Möglichkeiten gegeben, um dieses Bedürfnis nach "Streicheleinheiten" zu kompensieren, keine davon stillt den inneren Hunger wirklich.

Im Rahmen einer tantrischen Massage wird sinnliche Energie geweckt, gebündelt und im ganzen Körper verteilt. Es wird der ganze Körper berührt, gestreichelt, massiert - der Energiefluss wird angeregt, die Sinne öffnen sich, der Körper wird sensibilisiert, tief entspannt und trotzdem sehr wach. Verschiedene Berührungsarten lassen Raum für Kreativität - mal mit einer Feder, einem weichen Fell oder einem Seidentuch, mal mit den Händen ... jede Berührung hat eine andere, ganz eigene Qualität - und manchmals spürt man den eigenen Körper unter den verschiedenartigen Berührungen zum ersten Mal wirklich in einer ungeahnten Intensität ..
 
 
Tantrische Massage
 
"Du kannst zwar anfangen, Massage zu lernen, aber du wirst niemals fertig werden; die Erfahrungen vertiefen sich ständig und werden immer stärker. Massage ist eine der feinsten Künste, sie ist nicht nur eine Frage des technischen Könnens. Sie ist eine Frage der Liebe."
 
Tantrische Massagen bestehen nicht aus besonderen Techniken (wie bei der Ayurveda oder Hawaiianische Massage Lomi Lomi Nui). Es geht nicht darum Techniken zu erlernen. Es geht vielmehr um eine ganzheitliche Berührung des Menschen, die über eine normlae Massage weit hinausgeht. Es ist genau genommen eine ganzheitliche Begegnung zweier Menschen. Die „Innere Haltung des Gebenden“ und die „Innere Haltung des Empfangenden“ ist dabei von großer Bedeutung.

Die Berührungen sollen bei jeder Massage vom Herzen kommen - umso mehr bei tantrischen Massagen. Alle Berührungen sind voller Liebe und Achtsamkeit. Es fließt die Liebe durch die Hände. Der Massierende hat eine Herzensverbindung zum Empfangenen. Er schenkt die Berührungen aus ganzem Herzen.

Von ganz wesentlicher Bedeutung ist dabei die innere Haltung des Gebenden und des Empfangenden. Ohne dieses Bewusstsein der inneren Haltung ist eine tantrische Begegnung im Rahmen einer Massage nicht möglich. Keine noch so ausgefeilte Technik kann die innere Haltung des Gebenden und des Empfangenden ersetzen. Im Mittelpunkt der inneren Haltung steht die Präsenz.
 
Die tantrische Massage ist im wesentlichen ohne fest vorgegebene Struktur. Sie folgt vielmehr der Intuition und den Impulsen des Gebenden. Jede Berührung ist voller Spiel und Fantasie. Der Gebende folgt den eigenen Impulsen und ist im Fluss mit sich und dem Empfangenden.

 

Innere Haltung des Gebenden
 
Absichtsloses Berühren

Die Tantra-Massage ist eine absichtlose und liebevolle Berührung. Es ist keine beschwichtigende (beruhigende) oder erstickende (fordernde) Berührung. Sie ist auch keine verführerische Berührung mit der Absicht, den Partner sexuell anzuregen, um die eigene Sexualität mit Ihm leben zu können. Die Tantra-Massage ist ein Geschenk, ohne Absicht, ohne etwas vom Empfangenden zu erwarten oder zurück zu bekommen. Die Tantra-Massage hat kein Ziel. Es ist kein Arbeiten, sondern ein Geschehen lassen. Der Gebende hat Freude am Schenken und entdeckt den Anderen jedes Mal neu.
 
Präsenz
 
Eine der wesentlichen Dinge in der tantrischen Massage ist die Präsenz. In der Massage gehst Du ganz nach Innen. Dies gilt für den Gebenden und für den Empfangenden. Die Massage ist für beide eine einzige Meditation. Jeder ist ganz da in diesem Moment. Du hast keine Gedanken an die Vergangenheit oder an die Zukunft. Allen Gedanken, die da kommen, gibst Du keine Energie. Die Gedanken kommen wie Wolken, die Du anschaust und weiterziehen lässt. Wenn Du ganz präsent bist, werden Deine Bewegungen automatisch langsam und sehr achtsam. Du wirst auch öfters innehalten und atmen, um wieder ganz zu Dir zu kommen, um ganz in diesen Moment zurückzukommen. Du wirst Dich ganz diesem Moment hingeben. Wenn Du ganz präsent bist, wirst Du jeden Körper berühren, als würdest du ihn das erste Mal berühren. Für Dich gibt es keine Vergangenheit, darum ist dieser Körper für Dich ganz neu.
 
 
Innere Haltung des Empfangenden
 
Offen sein für das Geschenk der Berührung
 
Der Empfangende sollte offen sein für das Geschenk der Berührung. Die Freude und die Dankbarkeit für das Geschenk der Berührung öffnet den Empfangenden für alles, was da ist.
 
Erwartungen loslassen
 
Sehr wichtig für den Empfangenden ist es, Erwartungen und Wünsche loszulassen. Auch soll der Empfangende kein Ziel haben, sondern ganz im Hier und Jetzt sein. Er soll darauf vertrauen, dass er all das bekommen wird, was er braucht und was er sich wünscht. Sich ganz dem Moment anzuvertrauen, heißt sich ganz dem Fluss des Geschehens hinzugeben. Der Empfangende hat nichts zu tun, er kann sich ganz entspannen und sich dem Geschenk der Berührungen anvertrauen.
 
Präsenz
 
In der Tantra-Massage geht auch der Empfangende ganz nach Innen. Die Tantra-Massage ist für beide eine einzige Meditation. Jeder ist ganz da in diesem Moment. Du hast keine Gedanken an die Vergangenheit oder an die Zukunft. Allen Gedanken die da kommen, gibst Du keine Energie. Du kannst Dich ganz diesem Moment hingegeben.
 
Mitteilung, Feedback der Empfindungen
 
Sehr wichtig sind auch die Rückmeldungen des Empfangenden. Der Empfangende sollte Feedback geben, welche Berührungen ihm gut tun und welche Berührungen er gerne anders hätte. Er sollte keine negativen DU-Botschaften senden. Mit Ich-Botschaften kann er mitteilen, was er anders möchte (z.B. „Die langsamen Berührungen sind für mich besonders schön“ oder „Ich möchte es gerne langsamer“). Der Empfangende hat viele Möglichkeiten zu zeigen, wie die Berührungen bei ihm ankommen: Tief Atmen, Brummen, Stöhnen, liebe Worte, Bewegung, Händedruck, Lächeln, liebevolles Anschauen